haustierhilfe-heidekreis
  Fritzchen - Mai 2022
 

Fritzi auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt


Wie des Öfteren klingelt mein Telefon und Brigitte hat wieder einen Hund, speziell für mich, der dringend untergebracht werden muss. Meistens klappt das auch innerhalb weniger Stunden. Nur dieses Mal ging es nicht. Ich hatte Urlaub geplant. Da keine weitere Pflegestelle bei uns frei war, musste Fritzi für eine Woche im Tierheim Tiegen untergebracht werden.

Sein Frauchen war schwerst krank und Herrchen war allein nicht mehr in der Lage, sich um Fritzi zu kümmern. Genau auch für solche Fälle gibt es uns, die Haustierhilfe – Heidekreis e.V.

An dem Tag, als Fritzi ins Tierheim kam, habe ich ihn besucht. Er war tieftraurig. Dann, am 19.04.2022, habe ich Fritzi aus dem Tierheim abholen können.

In der Wohnung hatte ich einen PVC-Fußboden ausgelegt und den Hundeauslauf aufgestellt. Das Ganze habe ich mit Laken abgehängt, damit Fritzi erst einmal zur Ruhe kommen kann. Natürlich war dort auch ein bequemes Bettchen für ihn und ein Wassernapf.

 

 

Gwenny, Elli und Katerchen sind ja nun schon sturmerprobt, was Pflegehunde angeht. Da gab es auch von vornherein keine Probleme. Nachdem Fritzi drei Tage in dem Hundeauslauf im Kreis gelaufen ist, habe ich beschlossen, seinen Bewegungsradius einzuschränken. Erst als ich den Auslauf auf ein Minimum abgebaut hatte, kam er zur Ruhe. Eine Woche lang hat er mich jede Nacht aus dem Bett geholt. Seine Familie war nicht mehr da und bei uns war er noch fremd. Letztendlich hat er in einer Transportbox neben meinem Bett geschlafen. Dann war alles gut.

 

von links: Elli, Gwenny, Fritzi


Das Fell von Fritzi war schon sehr lange nicht mehr ausgebürstet worden. Also habe ich einen Termin beim Hundefriseur vereinbart. Trotz eines speziellen Shampoos, welches das Unterfell lockern soll, gab es nur wenig Erfolg. Beim Föhnen und Bürsten flogen die Haare in alle Richtungen, doch Fritzi wollte dann auch nicht länger stillhalten und wir mussten abbrechen.

Seitdem habe ich jeden Tag etwas aus seinem Fell herausgebürstet. Eben aber auch nur so viel, wie er zugelassen hat.


 
Die Mitarbeiter des Tierheims Tiegen sind mit Fritzi zu einer Allgemeinuntersuchung beim Tierarzt gewesen. Die Blutwerte waren top und der allgemeine Gesundheitszustand war auch in Ordnung. Nur seine Zähne haben schon beim Hinschauen wehgetan. Dann hatte er noch zwei fürchterliche Warzen am Hals, die immer wieder aufgebrochen sind und auch geeitert haben. Mit seinen 17 Lenzen war eine OP (Zähne, Warzen) schon eine Herausforderung, die der kleine Mann mit Bravour gemeistert hat. Im Unterkiefer stehen noch wenige Zähne, doch im Oberkiefer sind alle Zähne erhalten.

Alle, die mit dem Fall betraut waren haben aufgeatmet, dass es ihm gut geht.

Fritzi hat sich inzwischen an unseren Tagesablauf gewöhnt und bellt und heult auch nicht mehr, wenn ich nicht da bin. Der kleine Mann ließ sich bis dahin nicht am Hals und Maul anfassen. Nun geht auch das wieder. Da wir uns jeden Tag mit Hundehaltern während des Spaziergangs treffen und jede Menge Leckerchen verteilt werden, reiht auch er sich in die Reihe der Hungerleider ein: „ Die Hoffnung  stirbt zuletzt“. 

Nachdem Fritzi bei mir eingezogen ist, wurde der Gassigang für ihn eine Entdeckungstour. Jeden Tag hat er neues erschnüffelt. Jeden Tag ein anderer Weg, der für seine Nase eine Geruchsexplosion zu sein schien. Als dann auch noch läufige Hündinnen unterwegs waren, sind wir kaum vorangekommen. Die Schnute hat sich bis über die Augen im Gras versteckt und wollte da gar nicht mehr weg. Trotz seiner Linsentrübung ist er sicher unterwegs. Meine Hunde sind seine Orientierungshilfe. Inzwischen kennt er alle Runden, die wir so drehen und sitzt bei längeren Spaziergängen gern im Hunde-Buggy. Beim ersten Mal ist er während der Fahrt herausgesprungen ... Das ist dann aber nicht wieder vorgekommen. Jetzt sitzt er wie ein König in dem Buggy und genießt die Fahrt.

Nun sind wir schon einige Tage bei meiner Tochter im Ammerland. Ursprünglich hatte ich geplant, mit der Bahn zu fahren. Im Gepäck ein großer Rucksack, Hunde-Buggy und die Transportbox. Meine beiden gehen bei unseren Bahnreisen immer in die Transportbox. Ohne fühlen sie sich nicht wohl. Fritzi sollte dann im Buggy bleiben, den man mit einer Gaze schließen kann. Brigitte meinte dann aber, dass das doch zu anstrengend ist, mit der Bahn zu fahren. Gern habe ich ihr Angebot angenommen, mich zu meiner Tochter zu fahren. Dort angekommen gab es ein leckeres Frühstück und Brigitte ist wieder nach Hause gefahren.

Die ersten Tage war die Transportbox immer in meiner Nähe. Fritzi brauchte eine vertraute Unterkunft, um sich einzugewöhnen. Das hat auch wieder ein paar Tage gedauert, und inzwischen belegt er auch die Liegeplätze der anderen Hunde. 

Wir sind viel spazieren gegangen und haben uns dabei viel Zeit gelassen.

Erst konnte er so lange laufen, wie er wollte, dann habe ich ihn in den Buggy gehoben, und er hat wie ein kleiner König die Ausfahrt genossen. Ja, er ist schon ein kleiner Schatz. Nach ein paar Tagen hatte er sich in der Wohnung meiner Tochter zurechtgefunden und war die ganze Zeit in unserer Nähe. 

Mit dem Futter habe ich zu Anfang völlig falsch gelegen. So wie wir Menschen im Alter nicht mehr so fettes Essen abkönnen, geht es den Tieren auch. Ich habe dann Futter für Hunde mit Darm- und Bauchpeicheldrüsen-Problemen besorgt, was er sehr gut vertragen hat. Später habe ich dann vom Tierheim Tiegen seniorengerechtes Futter bekommen, womit es auch keine Probleme gab.

Der Urlaub ging zu Ende und Fritzi ist in sein neues Zuhause gekommen. Super!. Brigitte und ich waren völlig begeistert. Bei unserer Ankunft haben uns so viele Hunde begrüßt. Fritzi, Gwenny und Elli sind ausgiebig beschnuppert worden. Es gab jede Menge zu entdecken. Die vielen neuen Gerüche und die Waschbären im Gehege, das war das absolute Highlight. Noch nie habe ich Waschbären in Natura gesehen. Toll, dass die Babywaschbären dort einen Platz gefunden haben und liebevoll aufgezogen wurden. 

Nun lebt Fritzi mit einer Dackeldame und einem Chihuahua zusammen. Wir sind unendlich dankbar, dass Fritzi die Möglichkeit gegeben wird, seine letzten Jahre hier verbringen zu können. Ich bin mit einem dicken Kloss im Hals nach Hause gefahren, so sehr ist mir der kleine Mann ans Herz gewachsen. Am nächsten Morgen sind meine Hunde durch die Wohnung gegangen und haben ihn gesucht. Auch hier war er super im Rudel aufgenommen.

Jetzt habe ich meine letzten Aufräumarbeiten abgeschlossen und warte auf den nächsten Notfall mit speziellen Anforderungen.

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ch hoffe, Euch hat mein Bericht gefallen. Gern Laden wir euch ein, an unseren monatlichen Treffen teilzunehmen. Termine findet ihr hier auf unserer Homepage.


 
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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