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  27.11.19 - NDR-PLattenkiste
 
Haustierhilfe Heidekreis gestaltet die Sendung "Plattenkiste" von NDR 1 Niedersachsen






Viel zu erzählen gab es in der Sendung "Plattenkiste" bei NDR 1 Niedersachsen. Am 27. November zwischen 12 und 13 Uhr unterhielten sich Anke Sievert, Brigitte Morgenroth und Frank Oechsner mit Moderator Michael Thürnau über die Arbeit der Haustierhilfe.



Die Haustierhilfe füllt die "Lücke" zwischen Mensch und Tier, wenn sich die Lebenssituation ändert, erläutert Brigitte Morgenroth. Wer sich beispielsweise das Bein bricht, kann mit seinem Hund nicht Gassi gehen - dann springt die Haustierhilfe ein. Tierheime wie Tierhalter wenden sich an das inzwischen recht grosse Netzwerk. Etwa 40 Leute helfen mit, wenn es darum geht, kurzfristig ein Tier zu betreuen. Brigitte Morgenroth erzählt von den Anfängen: Eine ältere Dame wollte gern einen - ebenfalls - älteren Hund, fand aber keinen. Ein Tier hilft auch gegen Vereinsamung von Menschen, sagt sie, und so war es für sie klar, sich für Mensch und Tier einzusetzen. Auch um Schaf oder Pferd kümmern sie sich im Notfall, das kommt jedoch seltener vor. 100 bis 150 Anrufe im Jahr hat sie. Aber ob oder wie dann bei jedem Einzelfall geholfen werden kann, muss immer in der jeweiligen Situation geprüft werden. Mal bleibt ein Tier drei Tage, sie haben aber auch schon Tiere zweieinhalb Jahre immer wieder aufgesucht, als eine Seniorin ihre Hunde nicht mehr ausführen konnte - bis hin zu Besuch mit Hund im Hospiz bei der alten Besitzerin. Beide Tiere konnten dann aber an andere Menschen vermittelt werden.

Frank Oechsner ist Single und Katzenhalter. Er weiss also, dass Unterstützung nützlich sein kann und ist deshalb seit einem Jahr bei der Haustierhilfe. Langfristige Planungen - also Urlaubsbetreuung - übernehmen die Helfer*innen nicht, sie springen wirklich nur in Notfällen ein. Die Tierhalter übernehmen sämtliche Kosten: für Futter oder den Tierarzt. Die Betreuung erfolgt jedoch ehrenamtlich. Frank Oechsner hat auch schon mal einen Igel zu Hause betreut, berichtet er heiter - auch wenn das kein echtes Haustier war. Er freut sich immer, wenn es Tier und Tierhaltern gut geht. Er ist kein Fan von Schlangen, da würde er jemand anderen aus der Gruppe bitten, ein solches Tier zu übernehmen. Alle Tiere haben einen eigenen Charakter - man muss sich, durchaus gegenseitig, aneinander gewöhnen, erklärt er.

Zwei Kater wohnen bei Anke Sievert. Sie nimmt keine Tiere zu sich, aus Platzgründen. Statt dessen fährt sie direkt an den Ort, wo die Tiere leben, und pflegt sie dann da. Manchmal müssen sich die Helfer*innen abwechseln, doch alle bemühen sich, dass sie bei den Tieren bekannt sind und diese auch Vertrauen fassen zu ihren Pflegern. Informiert werden die Leute von der Haustierhilfe vorab über Vorlieben des Tieres, über Medikamente oder auch den zuständigen Tierarzt. Tiere merken durchaus, wenn man Kummer hat, sagt sie. Dann kommen sie auch mal zum Kuscheln aufs Sofa. Ihre Kater sind inzwischen 14 Jahre alt und erscheinen, wenn sie ruft, huschen eilig aus der Hecke und bringen ihr auch mal eine Maus als Geschenk mit, zum Glück nur draussen, merkt Anke Sievert schmunzelnd an.

Wichtig ist es, des eigenen Tieres wegen zu einer Person, die Hilfe anbietet, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen - für Mensch und Tier. Dann klappt auch die Versorgung besser, erklären die Gäste. Die Gruppe im Heidekreis ist gut aufgestellt. Gesucht werden dennoch dringend Menschen, die bereit sind, bei einem Notfall einen mittelgrossen bis grossen Hund für eine Weile bei sich aufzunehmen und auch Erfahrung mit so einem Tier haben. Wer sich für die Gruppe interessiert, kann sich auch auf der Internetseite informieren.

Text, Bild und Film zur Verfügung gestellt vom Norddeutschen Rundfunk - NDR 1 Niedersachsen 

 
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